Social Media Guidelines

Stand 19.10.2026

1. Geltungsbereich und Zweck

So­ci­al Me­dia, Strea­ming- und Messa­ging-Platt­for­men – z. B. In­sta­gram, Tik­Tok, Snap­chat, Face­book, You­Tube, Twitch, X, Lin­kedIn, Whats­App-Sta­tus u. Ä. – (im Fol­gen­den: „Social Media“ oder „Kanal“) ha­ben seit Jah­ren Ein­zug in un­se­ren All­tag ge­fun­den und sind kaum noch weg­zu­den­ken. Im­mer dann, wenn ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge In­ter­es­sen bei der Nut­zung die­ser Ka­nä­le be­rührt wer­den, stel­len sich di­ver­se Fra­gen. Die Ge­sell­schaf­ten der doc­ta­ri group (im Fol­gen­den: „wir“ oder „Arbeitgeberin“), die me­di­zi­ni­sches Fach­per­so­nal – z.B. Ärz­tin­nen/Ärz­te, Pfle­ge­fach­kräf­te so­wie An­ge­hö­ri­ge wei­te­rer aka­de­mi­scher Heil­be­ru­fe oder sons­ti­ger Be­ru­fe im Ge­sund­heits­we­sen und in der Al­ten­pfle­ge (im Fol­gen­den: „Sie“ oder „Beschäftigte“) – be­schäf­ti­gen, möch­ten mit die­sen Gui­de­li­nes den recht­li­chen Rah­men für ihre Be­schäf­tig­ten de­fi­nie­ren, der beim Um­gang mit So­ci­al Me­dia zu wah­ren ist.

Auf­grund Ih­rer Tä­tig­keit und der Nähe zu Pa­ti­ent*in­nen gilt es re­gel­mä­ßig Ei­ni­ges zu be­ach­ten. Mit ei­nem un­be­dach­ten So­ci­al-Me­dia-Bei­trag kön­nen bei­spiels­wei­se Per­sön­lich­keits­rech­te oder ge­setz­li­che Schwei­ge­pflich­ten ver­letzt, Kun­den­be­zie­hun­gen ge­schä­digt und Scha­dens­er­satz­an­sprü­che ge­gen Sie be­grün­det wer­den. Je­der, der sich on­line über uns äu­ßert, prägt zu­dem das Bild der Ar­beit­ge­be­rin in der Öf­fent­lich­keit. Die­se Gui­de­li­nes kön­nen nicht für jede denk­ba­re Si­tua­ti­on mit Ar­beits­be­zug, die wäh­rend Ih­rer Ar­beits­zeit, in den Pau­sen oder au­ßer­halb Ih­rer Ar­beits­zeit ge­schieht, eine Ver­hal­tens­an­lei­tung ent­hal­ten. Bei Un­si­cher­hei­ten über rich­ti­ges Ver­hal­ten wen­den Sie sich bit­te je­der­zeit an Ihre An­sprech­per­so­nen bei Ih­rer Ar­beit­ge­be­rin.

2. Kein Social Media während der Arbeitszeit

Die Nut­zung von So­ci­al Me­dia ist wäh­rend der Ar­beits­zeit un­ter­sagt. Das Er­stel­len von Fo­tos/Vi­de­os/Ton­auf­nah­men für So­ci­al Me­dia so­wie jeg­li­ches Live-Strea­ming in be­trieb­li­chen be­zie­hungs­wei­se kun­den- oder pa­ti­en­ten­be­zo­ge­nen Be­rei­chen, die in Zu­sam­men­hang mit Ih­rer Tä­tig­keit für uns ste­hen, sind nicht ge­stat­tet. Soll­ten Sie aus­nahms­wei­se und nach er­folg­ter Ab­stim­mung mit dem Kun­den­be­trieb so­wie dem Ein­ho­len von Ein­wil­li­gun­gen et­waig von Ih­rem Vor­ha­ben be­trof­fe­ner wei­te­rer Per­so­nen ent­ge­gen dem vor­ste­hen­den Ver­bot z.B. Vi­deo­auf­zeich­nun­gen für So­ci­al Me­dia an­fer­ti­gen wol­len, sind Sie verpflichtet, Ihre Arbeitgeberin um eine vorherige ausdrückliche Erlaubnis zu bitten. Ihre Bit­te adres­sie­ren Sie per E-Mail an Ihre An­sprech­per­son bei Ih­rer Ar­beit­ge­be­rin un­ter de­tail­lier­ter Er­läu­te­rung Ih­res Vor­ha­bens und der An­ga­be von Kon­takt­da­ten der­je­ni­gen ent­schei­dungs­be­fug­ten Per­son im Kun­den­be­trieb, die ihr Ein­ver­ständ­nis mit Ih­rem Vor­ha­ben be­reits er­teilt hat.

3. Äußerungen über die Arbeitgeberin

Ohne eine vor­he­ri­ge aus­drück­li­che Er­laub­nis sind Sie nicht berechtigt, im Namen oder für die Arbeitgeberin Äu­ße­run­gen ab­zu­ge­ben. Et­wai­ge an Sie adres­sier­te An­fra­gen von Jour­na­list*in­nen, In­flu­en­cer*in­nen oder Pres­se, die in Zu­sam­men­hang mit Ih­rer Tä­tig­keit für uns ste­hen, sind un­ver­züg­lich an Ihre An­sprech­per­son bei Ih­rer Ar­beit­ge­be­rin wei­ter­zu­lei­ten. Wenn Sie sich zu ei­nem auf die Arbeitgeberin bezogenes Thema äu­ßern, ha­ben Sie er­kenn­bar zu ma­chen (z.B. durch aus­drück­li­chen Hin­weis „Ansichten sind privat und nicht die meiner Arbeitgeberin" und die Ver­wen­dung der „ich-Form“), dass Sie Ihre per­sön­li­che Mei­nung ver­tre­ten und nicht für die Ar­beit­ge­be­rin spre­chen. Äu­ße­run­gen mit dienst­li­chem Be­zug (z.B. in Kom­men­ta­ren) ha­ben stets un­ter Ver­wen­dung des Klar­na­mens zu er­fol­gen. Äu­ße­run­gen sol­len, auch wenn sie Kri­tik be­inhal­ten, stets höf­lich, re­spekt­voll und sach­lich ge­hal­ten wer­den, wo­bei zur Ver­mei­dung von Miss­ver­ständ­nis­sen auf Iro­nie und Sar­kas­mus ver­zich­tet wer­den soll­te. Wer­ben­de Äu­ße­run­gen und Tes­ti­mo­ni­als sind grund­sätz­lich mit Ih­rer Ar­beit­ge­be­rin ab­zu­stim­men. Soll­ten Sie wer­ben­de Äu­ße­run­gen ab­ge­ben, den­ken Sie dar­an stets of­fen­zu­le­gen, dass Sie bei uns be­schäf­tigt sind. Soll­ten Sie lo­ben­de oder kri­ti­sche Äu­ße­run­gen Drit­ter in den So­ci­al Me­dia über die Ar­beit­ge­be­rin mit­be­kom­men, wer­den wir Ih­nen dank­bar sein, wenn Sie uns dar­über per E-Mail an com­mu­ni­ca­ti­ons@doc­tarigroup.com in­for­mie­ren. Das Vor­ste­hen­de gilt ent­spre­chend auch für die Zeit nach Be­en­di­gung Ih­res Ar­beits­ver­hält­nis­ses.

4. Ihre Verantwortung und mögliche Konsequenzen

Das In­ter­net ist kein rechts­frei­er Raum und Bei­trä­ge auf So­ci­al Me­dia kön­nen sehr schnell ver­brei­tet, ei­nem nicht kon­trol­lier­ba­ren Nut­zer­kreis zu­gäng­lich ge­macht wer­den und noch nach Jah­ren sicht­bar sein. Je­der Be­schäf­tig­te ist ver­pflich­tet, die gel­ten­den Ge­set­ze und sei­ne (nach-)ver­trag­li­chen Pflich­ten ein­zu­hal­ten. Sie sind per­sön­lich da­für ver­ant­wort­lich, vor je­der Ver­öf­fent­li­chung zu prü­fen, ob Per­sön­lich­keits­rech­te, Da­ten­schutz, Schwei­ge­pflicht, Mar­ken- oder Ur­he­ber­rech­te ver­letzt sein könn­ten. Eine Auf­nah­me von ei­nem Logo, ei­nem Na­mens­schild, der Dienst­klei­dung mit Kli­nik­auf­druck, ver­meint­lich „harm­lo­se“ Auf­zeich­nun­gen aus dem Dienst­zim­mer oder von Per­so­nen, die zwar wis­sen, dass sie auf­ge­nom­men wer­den, da­mit je­doch nicht ein­ver­stan­den sind, kön­nen für Sie er­heb­li­che recht­li­che Schwie­rig­kei­ten be­deu­ten. Sie sind ver­pflich­tet si­cher­zu­stel­len, dass kei­ne Ge­schäfts- und Be­triebs­ge­heim­nis­se und sons­ti­ge in­ter­ne In­for­ma­tio­nen über die Ar­beit­ge­be­rin, ihre Kun­den und Ihre Kol­leg*in­nen of­fen­bart wer­den. Soll­ten Sie mit So­ci­al Me­dia z.B. als „Med­flu­en­cer“ Ein­nah­men er­zie­len, den­ken Sie zu­dem an Ihre ver­trag­li­che An­zei­ge­pflicht für die­se Ne­ben­tä­tig­keit.

Im Zweifel gilt immer: Nicht veröffentlichen und Rücksprache halten!

Ver­stö­ße ge­gen die Be­stim­mun­gen die­ser Gui­de­li­nes wer­den von uns als ar­beits­ver­trag­li­che Pflicht­ver­let­zun­gen ge­wer­tet und kön­nen je nach Schwe­re bis hin zu ei­ner au­ßer­or­dent­li­chen Kün­di­gung Ih­res Ar­beits­ver­hält­nis­ses füh­ren. Auch zi­vil­recht­li­che Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen (z. B. sei­tens be­trof­fe­nen Pa­ti­ent*in­nen, Kol­leg*in­nen oder der Kun­den­ein­rich­tung) und straf­recht­li­che Kon­se­quen­zen (u.a. bei Ver­stoß ge­gen die Schwei­ge­pflicht nach § 203 Straf­ge­setz­buch oder das Kunst­ur­he­ber­ge­setz) sind im je­wei­li­gen Ein­zel­fall mög­lich.

5. Inkrafttreten und Gültigkeit

Mit Wir­kung zum 19.10.2026 er­set­zen die Be­stim­mun­gen in die­sen So­ci­al Me­dia Gui­de­li­nes alle un­se­ren vor­he­ri­gen all­ge­mei­nen So­ci­al Me­dia Gui­de­li­nes und tre­ten ne­ben Ihre sons­ti­gen ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen. Sie gel­ten auf un­be­stimm­te Zeit in ih­rer je­weils gül­ti­gen, d.h. zu­letzt be­kannt ge­mach­ten Fas­sung.